Logarithmusfunktionen
Kompetenzcode: FA 7.1
Logarithmusfunktionen sind eng mit Exponentialfunktionen verbunden.
Die Exponentialfunktion
beantwortet die Frage:
Welcher Wert entsteht, wenn die Basis mit potenziert wird?
Der Logarithmus beantwortet die umgekehrte Frage:
Mit welchem muss potenziert werden, damit ein bestimmter Wert entsteht?
Es gilt:
mit
1. Grundform einer Logarithmusfunktion
Die einfachste Logarithmusfunktion lautet:
Dabei muss für die Basis gelten:
und
Außerdem darf nur der Logarithmus einer positiven Zahl gebildet werden.
Daher:
2. Logarithmusfunktion aus einer erkennen
Eine Logarithmusfunktion erkennt man daran, dass die im Argument eines Logarithmus vorkommt.
Beispiele:
Das sind Logarithmusfunktionen.
Dagegen ist
eine Exponentialfunktion.
3. Häufige Logarithmen
Der Logarithmus zur Basis wird oft geschrieben als
Der Logarithmus zur Basis
heißt natürlicher Logarithmus:
Dabei ist näherungsweise:
4. Exponentialfunktion und Logarithmusfunktion sind Umkehrfunktionen
Die Funktionen
und
sind Umkehrfunktionen.
Daher gilt:
und für
auch:
5. Wichtige Punkte des Grundgraphen
Für
gilt immer:
Daher liegt der Punkt
auf jedem Grundgraphen.
Außerdem:
Also liegt auch
auf dem Graphen.
Und:
Damit liegt:
auf dem Graphen.
6. Graph für eine Basis größer als 1
Ist
zum Beispiel
dann ist die Funktion streng steigend.
Geeignete Punkte sind:
Der Graph steigt langsam nach rechts an.
7. Graph für eine Basis zwischen 0 und 1
Ist
zum Beispiel
dann ist die Funktion streng fallend.
Auch hier gilt:
Der Graph verläuft also ebenfalls durch
fällt aber von links nach rechts.
8. Senkrechte Asymptote
Für die Grundfunktion
ist
eine senkrechte Asymptote.
Der Graph nähert sich der y-Achse beliebig stark an, erreicht sie aber nicht.
Der Grund ist:
ist nicht im Definitionsbereich.
9. Definitionsmenge der Grundfunktion
Da das Logarithmusargument positiv sein muss:
Damit:
10. Definitionsmenge bei verschobenem Argument
Gegeben:
Das Argument muss positiv sein:
Umformen:
Damit:
11. Definitionsmenge mit linearem Argument
Gegeben:
Es muss gelten:
Umformen:
Beim Dividieren einer Ungleichung durch eine negative Zahl dreht sich das Ungleichheitszeichen um.
Damit:
12. Allgemeine Regel für die Definitionsmenge
Bei einer Funktion
muss immer gelten:
Man bestimmt die Definitionsmenge also durch Lösen der Ungleichung
13. Wertemenge einer Logarithmusfunktion
Für die Grundfunktion
können alle reellen Funktionswerte auftreten.
Daher:
14. Typische Eigenschaften
Für
mit
gilt:
- Definitionsmenge:
- Wertemenge:
- Nullstelle:
- senkrechte Asymptote:
- bei : streng steigend,
- bei : streng fallend.
15. Keine y-Achsenabschnitt bei der Grundfunktion
Für einen y-Achsenabschnitt müsste
eingesetzt werden.
Aber
ist im Reellen nicht definiert.
Daher besitzt die Grundfunktion
keinen Schnittpunkt mit der y-Achse.
16. Skizzieren eines Logarithmusgraphen
Für
kann man folgende Schritte verwenden:
- Definitionsmenge bestimmen.
- Senkrechte Asymptote einzeichnen.
- Punkt
eintragen.
4. Weitere einfache Punkte berechnen.
5. Monotonie beachten.
6. Punkte zu einer glatten Kurve verbinden.
17. Beispielskizze über Stützpunkte
Für
verwenden wir:
Damit erhalten wir die Punkte:
18. Verschobene und gestreckte Logarithmusfunktion
Eine häufig verwendete Form ist:
Dabei beeinflussen verschiedene Parameter den Graphen.
Wir betrachten:
- ,
- ,
- ,
- .
19. Einfluss von
Bei
verschiebt den Graphen horizontal.
Ist zum Beispiel:
dann wird der Grundgraph um Einheiten nach rechts verschoben.
Die senkrechte Asymptote liegt nun bei:
Die Definitionsmenge lautet:
20. Einfluss von
Bei
verschiebt den Graphen vertikal.
Beispiel:
Der gesamte Graph wird um Einheiten nach oben verschoben.
Der Punkt
wird zu:
21. Einfluss von
Bei
verändert die Funktionswerte.
Ist
wird der Graph in y-Richtung gestreckt.
Ist
wird er in y-Richtung gestaucht.
Ist
wird der Graph zusätzlich an der x-Achse gespiegelt.
22. Einfluss der Basis
Die Basis bestimmt wesentlich die Form und Monotonie.
Für
ist
steigend.
Für
ist
fallend.
Die Basis darf niemals
sein.
Auch negative Basen werden für die reelle Logarithmusfunktion nicht verwendet.
23. Verschobenen Graphen schnell skizzieren
Gegeben:
Zuerst:
Also:
Die Asymptote ist:
Für
gilt:
Dann:
Der typische Bezugspunkt lautet daher:
24. Einfache Logarithmusgleichung
Gegeben:
Die Logarithmusgleichung kann in eine Potenzgleichung umgeschrieben werden:
Damit:
25. Logarithmusgleichung mit verschobenem Argument
Gegeben:
Zunächst der Definitionsbereich:
Also:
Nun logarithmische Form in Potenzform umschreiben:
Damit:
Also:
Probe des Definitionsbereichs:
Die Lösung ist zulässig.
26. Gleiche Logarithmen auf beiden Seiten
Gegeben:
Zunächst müssen beide Argumente positiv sein:
und
Aus der ersten Bedingung:
Die zweite verlangt:
Gemeinsam:
Da der natürliche Logarithmus eindeutig ist, folgt:
Umformen:
Probe:
Damit:
27. Definitionsbereich immer zuerst oder spätestens am Ende prüfen
Bei Logarithmusgleichungen ist nicht jede algebraisch erhaltene Zahl automatisch zulässig.
Der Logarithmus verlangt:
Eine Lösung, die ein Argument null oder negativ macht, muss ausgeschlossen werden.
28. Exponentialgleichungen und Logarithmen
Logarithmen helfen auch beim Lösen von Exponentialgleichungen.
Betrachten wir:
Die unbekannte Zahl steht im Exponenten.
Hier kann auf beiden Seiten der natürliche Logarithmus angewendet werden:
Mit der Potenzregel:
Nun nach auflösen:
Näherungsweise:
29. Allgemeine Form
Gegeben:
mit
Logarithmieren:
Potenzregel:
Nach auflösen:
Vorausgesetzt:
30. Exponentialterm zuerst isolieren
Gegeben:
Zuerst durch dividieren:
Hier sieht man sogar direkt:
Also:
Falls keine passende Potenz erkennbar wäre, könnte man logarithmieren.
31. Beispiel mit Logarithmieren
Gegeben:
Zuerst:
Logarithmieren:
Damit:
Also:
32. Warum kann man einen beliebigen geeigneten Logarithmus verwenden?
Aus
kann man beispielsweise
oder
auf beide Seiten anwenden.
Mit :
Mit dem Zehnerlogarithmus:
Beide Ergebnisse sind gleich.
33. Komplexere Exponentialgleichungen
Nicht jede Exponentialgleichung lässt sich durch einfaches Logarithmieren direkt nach auflösen.
Beispiel:
Hier steht
- im Exponenten,
- und zusätzlich außerhalb der Exponentialfunktion.
Ein einfaches Logarithmieren isoliert daher nicht.
34. Technologieunterstützte Lösung
Für
kann man beispielsweise die Nullstellenfunktion
betrachten.
Mit einem geeigneten elektronischen Hilfsmittel kann man die Nullstelle von bestimmen.
Man erhält näherungsweise:
35. Technologieergebnis prüfen
Eine numerisch bestimmte Lösung sollte in die ursprüngliche Gleichung eingesetzt werden.
Für
gilt näherungsweise:
Damit ist die Lösung plausibel.
36. Möglichkeiten elektronischer Hilfsmittel
Je nach Werkzeug kann eine komplexere Gleichung gelöst werden durch:
- einen Gleichungslöser,
- eine Nullstellenberechnung,
- die Schnittpunkte zweier Graphen.
Bei
kann man beispielsweise die Schnittpunkte von
und
bestimmen.
37. Elektronisches Hilfsmittel ersetzt nicht die mathematische Kontrolle
Auch bei einer technologieunterstützten Lösung muss geklärt werden:
- Welche Gleichung wird gelöst?
- In welchem Bereich wird gesucht?
- Gibt es möglicherweise mehrere Lösungen?
- Ist die numerische Lösung ausreichend genau?
- Erfüllt sie die ursprüngliche Gleichung?
- Gibt es Einschränkungen des Definitionsbereichs?
38. Typische Fehler bei Logarithmusfunktionen
Fehler 1: Definitionsbereich vergessen
Bei
muss gelten:
Nicht:
Fehler 2: Logarithmus von null zulassen
ist im Reellen nicht definiert.
Fehler 3: Basis verwenden
ist keine zulässige Logarithmusfunktion.
Fehler 4: Exponential- und Logarithmusfunktion verwechseln
ist exponentiell.
ist logarithmisch.
Fehler 5: Verschiebung der Asymptote übersehen
Bei
liegt die senkrechte Asymptote nicht mehr bei
sondern bei:
39. Typische Fehler bei Logarithmusgleichungen
Fehler 1: Definitionsbereich nicht prüfen
Eine algebraisch erhaltene Lösung kann für den Logarithmus unzulässig sein.
Fehler 2: Potenzform falsch bilden
Aus
folgt:
Fehler 3: Argument und Funktionswert verwechseln
Bei
gilt:
Nicht:
ohne vorher den vollständigen Argumentterm korrekt zu behandeln.
40. Typische Fehler bei Exponentialgleichungen
Fehler 1: Logarithmus nicht auf die gesamte Seite anwenden
Aus
wird:
Fehler 2: Potenzregel falsch verwenden
Richtig:
Fehler 3: Exponentialterm nicht zuerst isolieren
Bei
sollte zunächst durch dividiert werden.
Fehler 4: Komplexe Gleichung mit einer ungeeigneten Formel erzwingen
Eine Gleichung wie
lässt sich nicht durch bloßes Logarithmieren in derselben Weise lösen wie
Hier ist ein numerisches Verfahren beziehungsweise technologisches Hilfsmittel sinnvoll.
41. Vorgehensplan: Logarithmusfunktion erkennen und charakterisieren
- Prüfen, ob die Variable im Argument eines Logarithmus steht.
- Basis bestimmen.
- Bedingung
lösen.
4. Definitionsmenge angeben.
5. Asymptote bestimmen.
6. Monotonie aus Basis und gegebenen Parametern ableiten.
7. geeignete Stützpunkte bestimmen.
8. Graph skizzieren.
42. Vorgehensplan: Logarithmusgleichung lösen
- Definitionsbedingungen aufstellen.
- Logarithmusterm möglichst isolieren.
- Logarithmische Gleichung in eine Potenzgleichung umformen oder gleiche Logarithmen vergleichen.
- Entstehende Gleichung lösen.
- Lösung in die Definitionsbedingungen einsetzen.
- Nur zulässige Lösungen angeben.
43. Vorgehensplan: Exponentialgleichung mit Logarithmen
Gegeben:
- Exponentialterm isolieren.
- Prüfen, ob die rechte Seite positiv ist.
- Beide Seiten logarithmieren.
- Potenzregel anwenden:
- Nach auflösen.
- Ergebnis näherungsweise berechnen.
- Probe durchführen.
44. Vorgehensplan: komplexere Exponentialgleichung mit Technologie
- Gleichung vollständig erfassen.
- Entscheiden, ob eine direkte algebraische Auflösung möglich ist.
- Falls nicht, Gleichung als Nullstellen- oder Schnittpunktproblem formulieren.
- Geeigneten Suchbereich festlegen.
- Elektronisches Hilfsmittel verwenden.
- Alle gefundenen Lösungen notieren.
- Jede Lösung in der ursprünglichen Gleichung prüfen.
- Genauigkeit passend angeben.
45. Zusammenfassung
Logarithmusfunktion
mit
Definitionsmenge
Bei
gilt:
Grundpunkt
Asymptote der Grundfunktion
Logarithmusgleichung
Exponentialgleichung
führt durch Logarithmieren zu:
Merke:
Bei Logarithmen muss das Argument positiv sein.
Bei Exponentialgleichungen mit unbekanntem Exponenten machen Logarithmen den Exponenten als Faktor zugänglich.
Komplexere Gleichungen dürfen technologieunterstützt gelöst werden, müssen danach aber geprüft werden.