Logarithmen und Logarithmengesetze
Kompetenzcode: MG 1.7
Logarithmen wirken am Anfang oft wie eine völlig neue Rechenart.
Eigentlich steckt aber eine bekannte Frage dahinter:
Mit welchem muss ich eine Basis potenzieren, damit eine bestimmte Zahl entsteht?
Zum Beispiel wissen wir:
23=8.
Die umgekehrte Frage lautet:
Mit welchem Exponenten muss 2 potenziert werden, damit 8 entsteht?
Die Antwort ist 3.
Genau das schreibt man mit einem Logarithmus:
log2(8)=3.
In diesem Kapitel lernst du,
- was ein Logarithmus bedeutet,
- wie Potenz- und Logarithmusschreibweise zusammenhängen,
- wie die Produktregel funktioniert,
- wie die Quotientenregel funktioniert,
- wie die Potenzregel funktioniert,
- wie diese Regeln aus den Potenzgesetzen entstehen.
1. Der Logarithmus als Umkehroperation
Potenzieren und Logarithmieren sind Umkehroperationen.
Aus
25=32
folgt
log2(32)=5.
Beide Aussagen bedeuten genau dasselbe.
Allgemein gilt:
ax=b⟺loga(b)=x.
Dabei ist
- a die Basis,
- b das Argument des Logarithmus,
- x der gesuchte Exponent.
Merke:
Ein Logarithmus liefert einen Exponenten.
2. Beispiele zur Bedeutung
Beispiel 1
103=1000.
Daher:
log10(1000)=3.
Beispiel 2
34=81.
Daher:
log3(81)=4.
Beispiel 3
50=1.
Daher:
log5(1)=0.
Beispiel 4
2−3=81.
Daher:
log2(81)=−3.
Auch negative Logarithmuswerte sind also möglich.
3. Vom Logarithmus zur Potenz
Gegeben ist
log4(64)=3.
Die entsprechende Potenz lautet
43=64.
Gegeben ist
log2(16)=4.
Die entsprechende Potenz lautet
24=16.
Ein hilfreiches Schema ist:
loga(b)=x
bedeutet
ax=b.
4. Wann ist ein Logarithmus definiert?
Für reelle Logarithmen gelten wichtige Bedingungen.
Die Basis muss erfüllen:
a>0
und
a=1.
Das Argument muss positiv sein:
b>0.
Darum sind beispielsweise
log2(8)
und
log10(0,01)
definiert.
Dagegen ist
log2(−8)
im Bereich der reellen Zahlen nicht definiert.
Auch
log2(0)
ist nicht definiert.
Merke:
Im Logarithmus muss das Argument positiv sein.
5. Die drei wichtigsten Logarithmengesetze
Für positive x und y gelten:
Produktregel
loga(xy)=log
Quotientenregel
loga(y
Potenzregel
loga(xr)=r⋅
Diese Regeln hängen direkt mit den Potenzgesetzen zusammen.
6. Produktregel
Die Produktregel lautet:
loga(xy)=loga(x)+
Ein Produkt im Logarithmus wird also zu einer Summe von Logarithmen.
Beispiel
log2(4⋅8).
Mit der Produktregel:
log2(4⋅8)=log2(
Nun gilt
log2(4)=2
und
log2(8)=3.
Daher:
log2(32)=2+3=5.
Kontrolle:
25=32.
7. Produktregel zum Aufteilen verwenden
Betrachten wir
loga(xy).
Wir dürfen schreiben:
loga(xy)=loga(x)+
Bei drei funktioniert dieselbe Idee schrittweise:
loga(xyz)=loga
Beispiel
log10(2⋅5).
Dann:
log10
8. Produktregel rückwärts
Die Regel funktioniert auch in die andere Richtung.
Aus
loga(x)+loga(y)
wird
loga(xy).
Zum Beispiel:
log2(4)+log2(8)=
Wichtig:
Nur Logarithmen mit derselben Basis dürfen auf diese Weise zusammengefasst werden.
9. Quotientenregel
Die Quotientenregel lautet:
loga(yx)
Ein Quotient im Logarithmus wird also zu einer Differenz.
Beispiel
log2(432).
Mit der Quotientenregel:
log2(432)=
Nun:
log2(32)=5
und
log2(4)=2.
Also:
5−2=3.
Tatsächlich:
log2(8)=3.
10. Quotientenregel rückwärts
Auch die Quotientenregel kann rückwärts verwendet werden.
Aus
loga(x)−loga(y)
wird
loga(yx).
Zum Beispiel:
log3(81)−log3(9
11. Potenzregel
Die Potenzregel lautet:
loga(xr)=r⋅log
Ein Exponent im Argument des Logarithmus darf also vor den Logarithmus geschrieben werden.
Beispiel 1
log2(82).
Mit der Potenzregel:
log2(82)=2log2(
Da
log2(8)=3,
gilt:
2⋅3=6.
Kontrolle:
82=64
und
log2(64)=6.
12. Potenzregel mit
Gegeben ist
loga(x5).
Dann:
loga(x5)=5loga
Umgekehrt gilt:
5loga(x)=loga(x
Beispiel
3log2(4).
Mit der Potenzregel rückwärts:
3log2(4)=log2(4
13. Mehrere Regeln kombinieren
Betrachten wir
loga(zx2y
Wir arbeiten schrittweise.
Zuerst die Quotientenregel:
loga(zx
Dann die Produktregel:
loga(x2y)=log
Dann die Potenzregel:
loga(x2)=2loga
Damit erhalten wir:
loga(
Tipp:
Arbeite von außen nach innen:
zuerst Bruch, dann Produkt, dann Potenz.
14. Mehrere Logarithmen zusammenfassen
Nun gehen wir rückwärts.
Gegeben ist
2loga(x)+loga(y)−
Zuerst verwenden wir die Potenzregel rückwärts:
2loga(x)=loga(x
Damit:
loga(x2)+loga
Mit der Produktregel:
loga(x2y)−loga(
Mit der Quotientenregel:
loga(zx
15. Warum gilt die Produktregel?
Jetzt begründen wir die Produktregel aus den Potenzgesetzen.
Wir setzen
p=loga(x)
und
q=loga(y).
Nach der Bedeutung des Logarithmus gilt dann:
x=ap
und
y=aq.
Multiplizieren wir x und y:
xy=ap⋅aq.
Aus dem Potenzgesetz folgt:
ap⋅aq=ap+q.
Daher:
xy=ap+q.
Wenn
xy=ap+q,
dann bedeutet das in Logarithmusschreibweise:
loga(xy)=p+q.
Da
p=loga(x)
und
q=loga(y),
erhalten wir:
loga(xy)=log
Damit ist die Produktregel aus dem Potenzgesetz erklärt.
16. Warum gilt die Quotientenregel?
Auch hier beginnen wir mit
x=ap
und
y=aq.
Dann:
yx=aqa
Aus dem Potenzgesetz folgt:
aqap=a
Also:
yx=ap−q.
Daher:
loga(yx)=p−
Mit
p=loga(x)
und
q=loga(y)
folgt:
loga(y
17. Warum gilt die Potenzregel?
Wir setzen
p=loga(x).
Dann gilt:
x=ap.
Nun potenzieren wir mit r:
xr=(ap)r.
Mit dem Potenzgesetz
(ap)r=apr
folgt:
xr=apr.
Daher:
loga(xr)=pr.
Da
p=loga(x),
erhalten wir:
loga(xr)=rlog
18. Was darf man NICHT machen?
Die Logarithmengesetze gelten für Produkte, Quotienten und Potenzen.
Sie gelten nicht einfach für Summen oder Differenzen.
Falsch wäre:
loga(x+y)=loga
Das ist keine Logarithmusregel.
Ein Zahlenbeispiel zeigt den Fehler:
log10(10+90)=log10(100)
Dagegen:
log10(10)+log10(90)
ist nicht gleich 2.
Ebenso falsch ist:
loga(x−y)=loga
Die Quotientenregel gilt nur für einen Bruch:
loga(yx).
19. Häufige Fehler
Fehler 1: Logarithmus und Potenz nicht als Umkehroperationen erkennen
Aus
34=81
folgt
log3(81)=4.
Nicht:
log4(81)=3.
Fehler 2: Produktregel mit Addition verwechseln
Richtig:
loga(xy)=loga(x)+
Nicht:
loga(x+y)=loga
Fehler 3: Quotientenregel falsch herum
Richtig:
loga(yx)
Die Reihenfolge von Zähler und Nenner bestimmt die Reihenfolge der Differenz.
Fehler 4: Exponenten im Logarithmus stehen lassen
Bei
loga(x4)
kann die Potenzregel verwendet werden:
loga(x4)=4loga
Fehler 5: Negative oder null als Argument verwenden
Im Bereich der reellen Zahlen sind
loga(0)
und
loga(−5)
nicht definiert.
20. Rechenstrategie
Wenn du einen einzelnen Logarithmus aufteilen sollst:
- Prüfe zuerst die Definitionsbedingungen.
- Suche von außen nach innen nach einem Quotienten.
- Suche danach nach Produkten.
- Ziehe Exponenten mit der Potenzregel vor den Logarithmus.
- Vereinfache erst danach weiter.
Wenn du mehrere Logarithmen zusammenfassen sollst:
- Schreibe Faktoren vor Logarithmen mit der Potenzregel als Exponenten.
- Fasse Summen von Logarithmen zu Produkten zusammen.
- Fasse Differenzen von Logarithmen zu Quotienten zusammen.
- Prüfe am Ende die Definitionsbedingungen.
21. Zusammenfassung
Bedeutung
ax=b⟺loga(b
Produktregel
loga(xy)=log
Quotientenregel
loga(y
Potenzregel
loga(xr)=rlog
Bedingungen
a>0,a=1,
und jedes Argument eines reellen Logarithmus muss positiv sein.
Merke:
Produkt wird Summe.
Quotient wird Differenz.
Exponent wird Faktor.