Interaktive Periodizität
Vergleiche x₀ und x₀+T
Periodenlänge
T ≈ 6,283
Punkt P
(0, 0)
Punkt Q
(2π, 0)
Periodizität
f(x₀+T) = f(x₀)
Periodizität von Sinusfunktionen
Kompetenzcode: FA 6.4
Bereich: Funktionale Abhängigkeiten
Sinusfunktionen wiederholen ihren Verlauf regelmäßig.
Für eine Periodenlänge gilt
für alle .
Leitidee: Nach einer vollen Periode beginnt derselbe Funktionsverlauf erneut.
1. Was bedeutet periodisch?
Eine heißt periodisch, wenn es einen positiven Abstand gibt, nach dem sich alle wiederholen.
Es muss also ein geben, sodass
für jedes gilt.
Ein einzelnes wiederkehrendes Wertepaar reicht dafür nicht aus. Der gesamte Verlauf muss sich wiederholen.
2. Die Periodenlänge
Die Periodenlänge ist der kleinste positive Abstand, nach dem sich der Graph vollständig wiederholt.
Dieser kleinste Abstand wird meist mit
bezeichnet.
Auch , oder allgemein führen wieder zum gleichen Verlauf. Sie sind aber nicht die kleinste Periodenlänge.
3. Die Grundfunktion
Für
gilt
Daher:
Eine Periode reicht beispielsweise von
bis
4. Allgemeine Sinusfunktionen
Wir betrachten
Der verändert die Amplitude, aber nicht die Periodenlänge.
Der Parameter bestimmt die Periodenlänge:
5. Periodenlänge am Graphen ablesen
Für das Ablesen von verwendet man zwei aufeinanderfolgende gleichartige Punkte:
- zwei Hochpunkte,
- zwei Tiefpunkte,
- oder zwei Nullstellen mit derselben Durchgangsrichtung.
Der horizontale Abstand dieser Punkte ist die Periodenlänge.
6. Ganze und halbe Periode unterscheiden
Benachbarte Nullstellen einer Sinusfunktion liegen meist nur eine halbe Periode auseinander.
Beispiel:
bei
und
Der Abstand ist
aber die Periodenlänge von ist
Die beiden Nullstellen besitzen unterschiedliche Durchgangsrichtungen.
7. Periodenlänge aus berechnen
Gegeben sei
Dann ist
Daher:
8. Den Parameter aus bestimmen
Bei der Standardwahl gilt
Beispiel:
Dann:
9. Die Gleichung
Die Periodizität kann direkt als Funktionsgleichung formuliert werden:
Für
gilt
Somit:
10. Verschiebung um mehrere Perioden
Für jede ganze Zahl gilt
Dabei kann positiv, null oder negativ sein.
Beispiele:
Die Verschiebung erfolgt um eine ganze Anzahl vollständiger Perioden.
11. Beispiel mit exakter Kontrolle
Gegeben sei
Die Periodenlänge ist
Für
gilt:
Eine Periode später:
Damit ist die Gleichheit bestätigt.
12. Funktionswerte durch Periodizität bestimmen
Ist ein Funktionswert bekannt, können Werte nach ganzen Perioden sofort angegeben werden.
Beispiel:
und
Wegen gilt:
Eine neue Sinusrechnung ist nicht nötig.
13. Periodizität in Tabellen erkennen
Eine Wertetabelle kann Periodizität zeigen, wenn sich die Werte in regelmäßigen Abständen vollständig wiederholen.
Die Werte bei und stimmen überein.
Für eine sichere Begründung müssen jedoch mehrere Werte beziehungsweise der gesamte Verlauf berücksichtigt werden.
14. Zeitliche Periodizität
In zeitabhängigen Modellen beschreibt häufig eine Wiederholungsdauer.
Beispiel:
Dann:
Wenn in Stunden gemessen wird, wiederholt sich der modellierte Vorgang alle
15. Räumliche Periodizität
Die unabhängige Variable muss nicht immer eine Zeit sein.
Bei einer räumlichen Welle kann beispielsweise in Metern gemessen werden. Dann beschreibt den räumlichen Abstand, nach dem sich das Muster wiederholt.
Die Einheit von ist immer dieselbe wie die Einheit der unabhängigen Variable.
16. Ein wiederkehrender Wert reicht nicht
Aus
folgt noch nicht, dass
eine Periodenlänge ist.
Eine Sinusfunktion nimmt viele Werte innerhalb einer Periode mehrfach an.
Beispiel:
Der Abstand
ist trotzdem keine Periodenlänge von .
17. Kleinste positive Periode prüfen
Um zu zeigen, dass ein Wert tatsächlich die Periodenlänge ist, müssen zwei Dinge gelten:
-
Der gesamte Verlauf wiederholt sich nach :
-
Es gibt keinen kleineren positiven Wert, der diese Eigenschaft für alle erfüllt.
Bei allgemeinen Sinusfunktionen liefert
genau diese kleinste positive Periode, sofern .
18. GeoGebra zur Kontrolle
Funktion und Periode
f(x)=2*sin(b*x)
T=2*pi/abs(b)
Zwei periodisch entsprechende Punkte
P=(x_0,f(x_0))
Q=(x_0+T,f(x_0+T))
Kontrolle
Die Punkte und besitzen denselben -Wert. Ihr horizontaler Abstand beträgt .
GeoGebra macht die Wiederholung sichtbar. Die mathematische Begründung erfolgt über
19. Arbeitsplan und typische Fehler
Arbeitsplan
- Prüfen, ob sich der gesamte Verlauf regelmäßig wiederholt.
- Zwei gleichartige aufeinanderfolgende Punkte wählen.
- Ihren horizontalen Abstand bestimmen.
- Ganze und halbe Periode unterscheiden.
- Bei einer Gleichung berechnen.
- formulieren.
Typische Fehler
- Benachbarte Nullstellen werden als volle Periode verwendet.
- Zwei Punkte mit unterschiedlicher Durchgangsrichtung werden verglichen.
- Ein einzelner gleicher Funktionswert wird als Periodizitätsbeweis verwendet.
- wird mit verwechselt.
- Der Betrag von wird vergessen.
- Die Einheit der Periodenlänge fehlt.
- wird als kleinste Periode angegeben.
- Die Gleichung wird nur für einen einzelnen -Wert statt für alle verstanden.
20. Zusammenfassung
Periodizität:
für alle .
Mehrere Perioden:
Periodenlänge von
Merksatz: Die Periodenlänge ist der kleinste positive Abstand, nach dem sich der gesamte Graph wiederholt.