Interaktives Experiment
Relative Häufigkeit einer 6 nach n Würfen
Verschiebe den Regler. Beobachte, wie sich die absolute Häufigkeit und der bisherige Schätzwert verändern. Die Kurve darf steigen und fallen.
Ereignis A
Es fällt eine 6
Letzter Wurf
6
Treffer
1
Absolute Häufigkeit
H20(A) = 1
Beobachteter Schätzwert
h20(A) = 1/20
= 0,050 = 5,0 %
Der angezeigte Anteil ist ein Ergebnis dieser Versuchsreihe und kein automatisch exakter Wert.
Relative Häufigkeiten entstehen aus beobachteten Daten. Sie zeigen, welcher Anteil der Versuche zu einem bestimmten Ereignis gehört. Bei vielen Wiederholungen können sie als Schätzwert für eine unbekannte Wahrscheinlichkeit verwendet werden.
Zentrales Ziel: Absolute und relative Häufigkeit sicher unterscheiden, einen Schätzwert aus Daten berechnen und seine Aussagekraft vorsichtig beurteilen.
1. Wiederholtes Zufallsexperiment
Ein Zufallsexperiment wird unter möglichst gleichen Bedingungen mehrfach durchgeführt.
Beispiele:
- eine Münze mehrmals werfen,
- einen Würfel mehrmals werfen,
- ein Glücksrad wiederholt drehen,
- zufällig ausgewählte Produkte kontrollieren.
Für ein Ereignis wird gezählt, wie oft es eintritt.
2. Anzahl der Versuche
Die Gesamtzahl aller durchgeführten Versuche wird mit
bezeichnet.
Beispiel:
Eine Münze wird -mal geworfen.
3. Absolute Häufigkeit
Die absolute Häufigkeit gibt an, wie oft das Ereignis in Versuchen eingetreten ist.
Beispiel:
Bei Münzwürfen tritt Kopf -mal auf.
Schülernah:
4. Relative Häufigkeit
Die relative Häufigkeit ist der Anteil der Treffer an allen Versuchen.
Schülernah:
Beispiel:
5. Absolute und relative Häufigkeit unterscheiden
Merksatz: Die absolute Häufigkeit ist eine Anzahl. Die relative Häufigkeit ist ein Anteil.
Es muss gelten:
und:
6. Bruch, Dezimalzahl und Prozent
Eine relative Häufigkeit kann in verschiedenen Formen angegeben werden.
Auch bei einem anderen Nenner beschreiben alle drei Formen denselben Anteil:
Achtung: , nicht .
7. Wahrscheinlichkeit aus Daten schätzen
Ist die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses unbekannt, wird die beobachtete relative Häufigkeit als Schätzwert verwendet.
Beispiel:
Bei Versuchen tritt insgesamt -mal ein.
Deutung:
Auf Grundlage dieser Versuche wird die Wahrscheinlichkeit von auf ungefähr beziehungsweise geschätzt.
8. Schätzwert statt exaktem Wert
Die relative Häufigkeit stammt aus einer konkreten Versuchsreihe. Eine andere Versuchsreihe kann einen anderen Wert liefern.
Deshalb wird vorsichtig formuliert:
- „Die Wahrscheinlichkeit wird auf ungefähr geschätzt.“
- „Die Versuchsreihe liefert den Schätzwert .“
- „In diesen Daten liegt die relative Häufigkeit bei .“
Nicht passend wäre:
- „Die Wahrscheinlichkeit ist exakt .“
- „Die Versuchsreihe beweist den wahren Wert.“
9. Zufällige Schwankungen
Wird dasselbe Experiment mehrmals durchgeführt, entstehen meist unterschiedliche relative Häufigkeiten.
Fünf Serien mit jeweils Versuchen können beispielsweise liefern:
Die Unterschiede entstehen durch zufällige Schwankungen.
Wichtig: Unterschiedliche relative Häufigkeiten bedeuten nicht automatisch, dass sich die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit verändert hat.
10. Einfluss der Versuchszahl
Bei wenigen Versuchen verändert ein zusätzlicher Treffer die relative Häufigkeit stark.
Bei :
Ein zusätzlicher Treffer verändert den Anteil um Prozentpunkte.
Bei :
Ein zusätzlicher Treffer verändert den Anteil nur um Prozentpunkte.
Daher gilt:
Bei größeren Versuchszahlen ist die Schätzung in der Regel stabiler.
Das bedeutet nicht:
- dass die relative Häufigkeit von Schritt zu Schritt immer in dieselbe Richtung läuft,
- dass Schwankungen vollständig verschwinden,
- dass eine große Versuchszahl automatisch den exakten Wert liefert.
11. Verlauf einer relativen Häufigkeit
In einer Verlaufsgrafik steht:
- auf der waagerechten Achse die bisherige Anzahl der Versuche,
- auf der senkrechten Achse die bisherige relative Häufigkeit.
Typisch ist:
- am Anfang große Sprünge,
- später meist kleinere Änderungen,
- weiterhin ein Auf und Ab,
- ein zunehmend stabilerer Bereich.
Eine echte Verlaufskurve ist nicht glatt und nicht zwingend monoton.
12. Interaktives Würfelexperiment
Im interaktiven Feld wird das Ereignis
beobachtet.
Mit dem Schieberegler wird die Zahl der ausgewerteten Würfe verändert. Angezeigt werden:
- die absolute Häufigkeit ,
- die relative Häufigkeit ,
- der Verlauf des bisherigen Schätzwerts,
- der zuletzt ausgewertete Würfelwurf.
Mit „Neue Versuchsreihe“ kann eine neue Folge von Würfen erzeugt werden.
Beobachtungsauftrag:
- Vergleiche kleine und große Werte von .
- Achte auf die frühen Sprünge.
- Beobachte, dass die Kurve weiterhin steigen und fallen kann.
- Formuliere den jeweils angezeigten Wert als Schätzung, nicht als exakte Wahrscheinlichkeit.
13. Versuchsreihen vergleichen
Versuchsreihe A:
Versuchsreihe B:
Beide Werte sind gültige Beobachtungen.
Die zweite Schätzung beruht auf deutlich mehr Versuchen und ist deshalb in der Regel stabiler.
Achtung: Ohne den tatsächlichen Wert zu kennen, darf nicht behauptet werden, welcher beobachtete Wert sicher näher daran liegt.
14. Tabellen lesen
Beim Lesen der Tabelle:
- Größen korrekt zuordnen.
- Fehlende Werte berechnen.
- Schwankungen erkennen.
- Größere Versuchsreihen vorsichtig als stabiler beschreiben.
- Keine exakte Wahrscheinlichkeit behaupten.
15. Fehlende absolute Häufigkeit
Aus
folgt:
Beispiel:
Es wurden Treffer beobachtet.
16. Fehlende Versuchszahl
Aus
folgt:
Beispiel:
Die Versuchsreihe bestand aus Versuchen.
17. Ungefähre Trefferzahl aus einem Schätzwert
Ein Schätzwert kann auf eine neue Versuchszahl übertragen werden.
Beispiel:
und geplant sind weitere Versuche.
Deutung:
Bei vergleichbaren Bedingungen wären ungefähr Treffer zu erwarten.
Das ist keine Garantie. Die tatsächliche Trefferzahl kann davon abweichen.
18. Typische Fehler
Absolute und relative Häufigkeit verwechselt
Falsch:
Richtig:
Falsche Reihenfolge im Bruch
Falsch:
Richtig:
Schülernah:
Prozent und Dezimalzahl verwechselt
Unmöglichen Wert akzeptiert
Eine relative Häufigkeit von ist unmöglich, da sie zwischen und liegen muss.
Schätzwert als exakt bezeichnet
Eine relative Häufigkeit ist ein datenbasierter Schätzwert.
Kleine Versuchsreihe überbewertet
Ein auffälliger Anteil aus wenigen Versuchen kann stark vom nächsten Versuch abhängen.
Stabilisierung als monotone Annäherung verstanden
Auch bei vielen Versuchen kann die Verlaufskurve weiterhin steigen und fallen.
19. Arbeitsablauf
Zusammenfassung
- ist die Anzahl aller Versuche.
- ist die absolute Häufigkeit: die Anzahl der Treffer.
- ist die relative Häufigkeit: