Zahlenmengen helfen uns, Zahlen nach ihren Eigenschaften zu ordnen.
Verbindlicher Kern von AG 1.1: Die Bezeichnungen der Zahlenmengen kennen, ihre Teilmengenbeziehungen beschreiben, Zahlen und vereinfachte Ausdrücke zuordnen sowie die reellen Zahlen als Grundlage kontinuierlicher Modelle verstehen. Außerdem soll bekannt sein, dass es Zahlenbereiche über hinaus gibt.
Dabei gilt:
Die irrationalen Zahlen werden mit bezeichnet:
Wichtige Symbole
- bedeutet: ist eine Teilmenge von .
- bedeutet: ist ein Element von .
Natürliche Zahlen
Im Lerncoach gilt:
- Jede natürliche Zahl besitzt einen Nachfolger. Der Nachfolger von ist .
- Jede natürliche Zahl außer besitzt in einen Vorgänger. Der Vorgänger von ist .
- Die Zahl besitzt in keinen Vorgänger.
Anmerkung: In manchen Schulbüchern beginnt erst bei . Dann wird die Menge mit der Zahl häufig als bezeichnet. Im Lerncoach gehört zu .
Ganze Zahlen
Zu den ganzen Zahlen gehören die natürlichen Zahlen, ihre Gegenzahlen und die Zahl :
Gegenzahl
Die Gegenzahl liegt auf der Zahlengeraden gleich weit von entfernt, aber auf der anderen Seite.
- Die Gegenzahl von ist .
- Die Gegenzahl von ist .
- Die Gegenzahl von ist .
Betrag
Der Betrag einer Zahl ist ihr Abstand von . Ein Abstand ist nie negativ.
Merke: Gegenzahl und Betrag sind nicht dasselbe.
Die Gegenzahl von ist . Der Betrag von ist ebenfalls – bei einer positiven Zahl unterscheiden sich die beiden Begriffe aber: Die Gegenzahl von ist , während gilt.
Rationale Zahlen
Eine rationale Zahl kann als Bruch zweier ganzer Zahlen geschrieben werden:
Dazu gehören:
- ganze Zahlen, zum Beispiel ,
- Brüche, zum Beispiel ,
Irrationale Zahlen
Irrationale Zahlen können nicht als Bruch zweier ganzer Zahlen geschrieben werden. Ihre Dezimaldarstellung ist unendlich und nicht periodisch.
Beispiele:
Dabei gilt:
Reelle Zahlen
Die reellen Zahlen bestehen aus den rationalen und den irrationalen Zahlen:
Alle Zahlen, die auf der Zahlengeraden liegen, sind reelle Zahlen.
Reelle Zahlen bilden die Grundlage für kontinuierliche Modelle. Bei Größen wie Länge, Zeit, Masse oder Temperatur sind grundsätzlich auch Zwischenwerte möglich.
Beispiel:
Eine Länge kann , , oder einen irrationalen Wert wie besitzen. Das Modell verwendet deshalb nicht nur ganze oder rationale Zahlen, sondern den gesamten reellen Zahlenbereich.
Zahlen der kleinsten passenden Menge zuordnen
Vor der Zuordnung wird ein Ausdruck vollständig vereinfacht.
Beispiele:
Gefragt ist meist die kleinste passende Zahlenmenge. Für wäre die Angabe zwar richtig, aber nicht die kleinste mögliche Zuordnung. Die präziseste Antwort lautet
Ein sinnvoller Entscheidungsweg ist:
- Ausdruck vereinfachen.
- Prüfen, ob das Ergebnis natürlich oder ganz ist.
- Prüfen, ob es als Bruch ganzer Zahlen darstellbar ist.
- Bei reellen, nicht rationalen Zahlen irrational zuordnen.
- Bei einem nicht verschwindenden -Anteil komplex und nicht reell zuordnen.
Lerncoach-Erweiterung: Zahlen vergleichen und
Zahlen vergleichen
Auf der Zahlengeraden gilt:
Die weiter rechts liegende Zahl ist größer.
Beispiele:
denn liegt weiter links als .
Brüche und Dezimalzahlen lassen sich leichter vergleichen, wenn sie zuerst in dieselbe Darstellung umgewandelt werden.
Beispiel 1
Vergleiche und .
Damit gilt:
Also:
Beispiel 2
Vergleiche und .
Daher:
Intervalle lesen
Ein Intervall beschreibt einen zusammenhängenden Bereich auf der Zahlengeraden.
- Geschlossene Grenze: Der Randwert gehört dazu.
- Offene Grenze: Der Randwert gehört nicht dazu.
Zwei gleichwertige Schreibweisen
Eine offene eckige Klammer bedeutet dasselbe wie eine runde Klammer:
Beispiele
Beide Randwerte gehören dazu.
Keiner der Randwerte gehört dazu.
gehört nicht dazu, gehört dazu.
Zahlenbereiche über : komplexe Zahlen
Für den Kern von AG 1.1 genügt es, zu wissen, dass es Zahlenbereiche über den reellen Zahlen gibt und dass komplexe Zahlen die Form
besitzen. Ausführliche Rechenregeln mit komplexen Zahlen sind Zusatzwissen und werden nur bearbeitet, wenn eine Aufgabe dies ausdrücklich verlangt.
In den reellen Zahlen besitzt die
keine Lösung. Das Quadrat einer reellen Zahl ist nämlich nie negativ. Vereinfacht gesagt: Innerhalb der reellen Zahlen kann man keine Quadratwurzel aus einer negativen Zahl ziehen.
Deshalb wird die imaginäre Einheit eingeführt:
Eine komplexe Zahl hat die Form
Dabei ist:
der Realteil und
der Imaginärteil.
Beispiel:
hat den Realteil
und den Imaginärteil
Optionales Zusatzwissen: Rechnen mit komplexen Zahlen
Seien
Addition
Man addiert Realteile und Imaginärteile getrennt:
Beispiel:
Subtraktion
Man subtrahiert Realteile und Imaginärteile getrennt:
Beispiel:
Multiplikation
Man multipliziert wie bei Klammerausdrücken und verwendet anschließend :
Beispiel:
Division
Im Nenner soll kein stehen. Deshalb erweitert man mit der konjugiert komplexen Zahl des Nenners:
Beispiel:
Wir erweitern mit :
Zähler:
Nenner:
Damit:
Optionales Zusatzwissen: Mengenoperationen
Wir verwenden für die folgenden Beispiele:
Vereinigung
Die Vereinigung enthält alle Elemente, die in oder in oder in beiden Mengen liegen.
Wir schreiben zuerst alle Elemente aus auf und ergänzen danach die noch fehlenden Elemente aus :
Jedes Element wird nur einmal angeschrieben.
Schnitt
Der Schnitt enthält nur Elemente, die gleichzeitig in und in liegen.
Die Zahl kommt in beiden Mengen vor. Alle anderen Elemente liegen nur in einer der beiden Mengen.
Differenz
bedeutet:
Nimm alle Elemente aus und streiche jene, die auch in liegen.
Aus
wird die gemeinsame Zahl gestrichen. Daher:
Die Reihenfolge ist wichtig:
Im Allgemeinen gilt also:
Komplement
Das Komplement von enthält alle Elemente der Grundmenge , die nicht in liegen.
Wir beginnen mit
und streichen die Elemente aus :
Übrig bleiben:
Hinweis: Das Komplement von wird manchmal auch als geschrieben. Im Lerncoach verwenden wir bevorzugt , weil dabei die Grundmenge sichtbar ist.
Zusammengesetztes Beispiel
Bestimme
Zuerst berechnen wir die Vereinigung:
Nun entfernen wir alle Elemente aus :
Es bleiben:
Das sind genau jene Elemente, die in , aber nicht in liegen.
Typische Fehler
Obermenge statt kleinster Zahlenmenge
Die Aussage ist richtig, bei einer Zuordnungsaufgabe aber meist zu ungenau. Die kleinste passende Menge ist .
Ausdruck vor der Zuordnung nicht vereinfacht
wird nicht als irrational eingeordnet. Zuerst gilt
Danach folgt
Rationale und irrationale Dezimaldarstellungen verwechselt
Endliche und periodische Dezimalzahlen sind rational. Unendliche, nicht periodische Dezimalzahlen sind irrational.
Element und Teilmenge verwechselt
Für eine Zahl wird verwendet:
Für eine Beziehung zwischen Mengen wird verwendet:
Reelle und komplexe Zahlen als getrennte Mengen behandeln
Jede reelle Zahl ist auch komplex:
Nicht jede komplexe Zahl ist reell. Beispielsweise gilt
Eine vertiefende Zusatzaufgabe mit dem AG-1.1-Kern verwechseln
Komplexe Grundrechenarten, Abgeschlossenheit und ausführliche Mengenoperationen sind im Lerncoach als Zusatzwissen gekennzeichnet. Sie werden nicht vorausgesetzt, wenn lediglich die Grundkompetenz AG 1.1 geprüft wird.
Abschlussübersicht
Nach AG 1.1 solltest du sicher können:
- beschreiben,
- die Teilmengenbeziehung erklären,
Die Abschnitte zu Zahlenvergleich und Intervallen sind eine Lerncoach-Erweiterung. Komplexe Arithmetik und ausführliche Mengenoperationen sind optionales Zusatzwissen.